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Cranio nach zahnärztlicher Behandlung empfohlen

Aktualisiert: 20. Nov 2018

Warum ist das so?


Das Kiefergelenk ist ein kraftvolles, aber auch sensibles Gelenk.
Nach jedem Besuch beim Zahnarzt, bei dem mehr im Mund geschieht als nur reine Kontrolle, empfiehlt es sich, zur Entspannung der gestressten Kaumuskulatur und zur Reorganisation des eventuell verschobenen Kiefergelenks, eine craniosacrale Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Das Kiefergelenk ist strukturnah mit dem Schläfenbein (das ist der Knochen um unsere Ohren) und dem Unterkieferknochen verbunden. Diese Verbindung ist natürlich eine bewegliche, damit wir unsere Kau- und Sprechbewegungen ausführen können. D.h. dass wir dank unseres Kiefergelenks kauen können. Die starke und aufwendig gestaltete Kaumuskulatur können Sie   (zum Teil) auf folgendem Bild betrachten:

Kaumuskulatur, aus: Netter, Atlas der Anatomie des Menschen, 2. Auflage, Tafel 49

Wird der Mund lange oder längere Zeit bei einem zahnärztlichen Besuch offen gehalten, kommt es zu Spannungszuständen in der Muskulatur. Ähnlich wie wir es von unseren Nacken- und Schulterverspannungen kennen, gehen diese nicht unbedingt  von alleine weg, wenn nach der Behandlung der Mund wieder normal geschlossen werden kann. Verstärkt wird die Anspannung häufig durch  emotionale Zustände, wie z.B. Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Eingriff als solchem, alte ungute Erinnerungen an Zahnarztbesuche usw., individuell natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Kiefergelenk rotiert bei geöffnetem Mund nach vorne und kann sich dabei subluxieren (d.h. teilweise aus dem Gelenk hebeln). Folgende Darstellungen verdeutlichen dies:

b. Mundöffnung bis 15 Grad (bis zu diesem Grad der Mundöffnung verbleibt das Kiefergelenkköpfchen in der Gelenkpfanne)

c. Mundöffnung größer als 15 Grad (das Gelenkköpfchen verlagert sich nach vorne auf einen höckerartigen Vorsprung des Schläfenbeins), Bilder a., b., c. aus: Prometheus Atlas (Kopf, Hals und Neuroanatomie), 2. Auflage, S. 57

Dieser Zustand wirkt sich im Nachgang nicht nur auf das Kiefergelenk selbst und die Kaumuskulatur aus, sondern auch auf die umliegenden Schädelknochen. Es kann in ihnen zu Verziehungen kommen (Keilbein, Schläfenbein, Stirnbein, Unter- und Oberkieferknochen).

Verziehungen dieser Art, besonders die des Keilbeins, wirken sich durch die knöcherne Verbindung des Keilbeins zum Hinterhauptbein (siehe Darstellung) unmittelbar auf die Halswirbelsäule aus. Es können Verspannungen im Hals-/Nacken-/Schulterbereich entstehen. 

Keilbein (Os sphenodale)aus Prometheus Atlas (Kopf, Hals und Neuroanatomie), 2. Auflage, S. 34, Ansicht des Schädels von unten Bitte beachten Sie: das grün gefärbte Keilbein formt den hinteren Bereich der Augenhöhle und mit dem Hinterhauptbein (Os occiputale) zusamen die Schädelbasis, die Sie hier auf dem Bild gut erkennen können.

In der craniosacralen Behandlung können diese Strukturen sanft mobilisiert und reorganisiert werden. Teilweise wird dazu im Mund gearbeitet, z.B. um den Musculus pterygoideus lateralis (innerer Flügelmuskel) zu dehnen. Dies befreit ungemein das Kiefergelenk und ist, da der Mund dabei kaum offen gehalten werden muss, eine stressfreie und revitalisierende Erfahrung.

Bei der Behandlung der Schädelknochen wird gleichsam ein Fokus auf die Harmonisierung innerer Gehirnstrukturen, wie Gehirnhäute, Gefäße, Nervenbahnen usw., gelegt.

Vor allem die nervliche Entspannung, die ja auch ein Herzstück der craniosakralen Behandlung ist, bewirkt eine tiefgreifende und umfassende gesunde Wiederherstellung der beanspruchten Körperareale.

Abgerundet werden kann eine solche Sitzung mit der Behandlung des Kreuzbeins.

Über die Rückenmarkshäute (u.a. die Dura mater, die harte Gehirnhaut) ist die Halswirbelsäule über die gesamte Wirbelsäule hinweg bis hin zum Kreuzbein verschieblich verbunden.


Rückenmarkshäute mit Spinalnerven, aus: Netter, Atlas der Anatomie des Menschen, 2. Auflage, Tafel 155 Bitte beachten Sie: dies ist nur ein Ausschnitt, diese Strukturen befinden sich vom Beginn der Halswirbelsäule bis hin zum Anfang des Kreuzbeines

Kieferfehlstellungen werden so relativ direkt bis zum unteren Rücken übertragen. Das Halten des Kreuzbeines ist zum einen ein schöner Abschluss einer craniosakralen Behandlung und zum anderen eine wirkungsvolle Unterstützung bei der Kiefer- und Gesichtsbehandlung. 

Letztlich ist eine craniosacrale Behandlung immer eine ganzheitliche Behandlung des Menschen, in der die jeweils individuelle Symptomatik berücksichtigt und mitbedacht wird. 


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Antina Springer - Heilpraktikerin