Termin
online buchen
Doctolib
top of page
Heilpraxis Antina Springer Reutlingen
Antina Springer
Heilpraktikerin

Ich bin nicht weise genug, ich werde dich umarmen

Autorenbild: antinaspringer
antinaspringer
vor 2 Stunden
4 Min. Lesezeit

Dieser Satz kommt mir beim Durchstöbern alter Aufzeichnungen entgegen. In welchem Kontext er auch aufgeschrieben wurde – ich muss innehalten und diesen Satz in mich hinein lenken.


  • An was denkst du, wenn du diesen Satz wirken lässt?


Ich gehe mit ihm um und dann ist es plötzlich so, dass meine Kindheit, meine Jugend flash-artig vorbeizieht. Da war so viel los in meinem Innenleben, an dem sich meine Seele gerieben hat.

Soviel Anpassung, soviel Angst und Unsicherheit. Im Zeitalter von null-Therapie und null-Verständnis hatte ich für mich nur eine Art gefunden, damit umzugehen: mich zu stellen, nach vorne zu gehen.


Mehrfach bin ich ins kalte Wasser gesprungen, immer wieder habe ich Entscheidungen getroffen,

die einen Schritt beinhalteten, dem ich mich nicht gewachsen fühlte. Immer wusste ich, wenn ich

den Ängsten nachgebe, bleibe ich stehen und verkümmere, eingewebt in Selbstmitleid.


Vorangehen in meinem Leben war (und ist) etwas Wichtiges für mich, was beinhaltete, dass ich mit

den anderen aus meinem Umfeld mithalten konnte, die scheinbar – oder tatsächlich ? – ihre Schritte

so leicht und mit resultierendem Erfolg haben gehen können. Von außen betrachtet war somit alles top, ein guter und erfolgreicher Lebenslauf. Es hat mich viel gekostet, und mich weit gebracht. Nur wurden dadurch keine Muster aufgearbeitet, sondern ein mentaler Weg, willensbestimmt gemeistert.


Nun, die Aufarbeitungen fanden statt, da ich die richtigen Weichen habe stellen können, und es  ist längst Vieles anders und vor allem leichter geworden.


Ich habe mich den Prüfungen meines Lebens gestellt, das weiß ich mit Sicherheit. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr von Prozessen umzingelt war. Natürlich, die Reise zur Bewusstwerdung geht stets weiter, doch begrüße ich die nun leiseren und gemächlicheren Schritte, mein Zentrum hat sich beruhigt.


Vieles, was ich nicht haben wollte, stand immer wieder vor mir, wie ein Berg voller Energie, gewaltig, unübersehbar und beängstigend. Immer wieder habe ich die Herausforderung angenommen, wusste,

das ist ein Muss, da habe ich durch zu gehen. Das Messer musste wohl gewetzt werden, mit dem das Ego geschnitten werden sollte. Ich war zumindest so weise, dies zu erkennen und meine Kräfte zu mobilisieren. Es war anstrengend und es hat sich gelohnt, denn längst kenne ich diese Art Druck und ‚Fremdbestimmung‘ nicht mehr. Ich habe die Prozesse umarmt, aber habe ich auch mich umarmt?


Zu untersuchen, ob ich mich umarme, birgt eine eigene Qualität in sich. Mit Willen und Mut lässt sich vieles erreichen, aber nehme ich mich dabei auch mit und wachse innerlich an den Erfahrungen? Bin ich dabei aufmerksam, wohlwollend und liebevoll zu mir? Oder verstecke ich meinen Kern und signalisiere dem Außen, dass alles in Ordnung ist und fördere mit meinem Vorwärtsstreben meine Verletzlichkeit, füge mir selbst weitere Wunden zu? Ich denke, dass ist geschehen, bis ich anfing, zu fühle - mich zu fühlen zuzulassen - und mich ernst zu nehmen, anstelle nach außen zu schauen und auf Gleichklang und Aufmerksamkeit zu hoffen. Sich zu fühlen tut anfangs weh, besonders dann, wenn Traumatisierung und Überlebensdrang die Übermacht haben. Es gilt jedoch immer und immer wieder: auch wenn ich immer noch nicht weise genug bin, umarme ich mich.


Sehnen wir uns nicht alle nach Verstanden-werden, nach einer ehrlichen, zugewandten Energie, einer Herzensenergie, in deren Vibration man sich angenommen und gesehen fühlt?


Möchte ich umarmt werden oder umarme ich? Traue ich mich, mich zu offenbaren und Verletzlichkeit zu zeigen, und gebe ich einem Gegenüber, vielleicht auch der geistigen Führung und dem Universum die Möglichkeit, dass ich umarmt werde? Bedingungslos, einfach auf Grund dessen, dass ich da bin. Dich zu umarmen heißt mich zu umarmen und vice versa.

Bis dahin bin ich immer wieder nicht weise genug, aber ich werde dich und mich umarmen - das Lebensthema, den Prozess, die Hürde, den Menschen, das Tier - was auftaucht und unübersehbar, unüberfühlbar, meine gegenwärtige Wirklichkeit prägt. Ich gehe sehenden Auges in einen Konflikt hinein, ich traue mich, einem Menschen meine Zuneigung zu gestehen, ich fordere mich heraus, an meine Grenze zu gehen, um den Raum gelebter Weisheit zu erweitern. Ich tue, was ich tun muss, und halte

den Stress aus, der mich im Vorfeld im Griff hat, da ich mit diesem Schritt wissentlich über mich hinauswachsen werde. Stück für Stück bildet sich Mensch-sein heraus, ich werde geformt, geklopft und gefeilt wie eine Skulptur, die immer mehr Feinschliff bekommt. Ich arbeite das ‚Schlechteste‘ aus mir heraus, und das ist nicht wertend gemeint. Wir haben etwas in uns, was durch das Licht der Welt geläutert wird, was unseren Ursprung berührt, und diese Aspekte möchte ich zeigen, möchte ich zum Blühen bringen.


Die Zeit ist reif, ich weiß es jeweils, wenn ich ehrlich zu mir bin. Also werde ich umarmen, dich und mich, die Liebe, aber auch die Krankheit, die Absage, die Durststrecke, den Sprung ins kalte Wasser und natürlich und vor allem alles Schöne, Leichte, Herrliche, Glückspendende, die Gesundheit, die Sonne und das Licht, die Freundschaft und die Verbindungen zwischen fühlenden Wesen.


Ich bin weise, du bist weise, lassen wir es zu, vom Universum geküsst zu werden.

Kommentare


bottom of page