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Heilpraxis Antina Springer Reutlingen
Antina Springer
Heilpraktikerin

Die Welt in der du bist - der hintere Herzraum

Autorenbild: antinaspringer
antinaspringer
5. Juni
5 Min. Lesezeit

Es ist gut, wenn alles gut läuft. Fit und mobil zu sein und zu bleiben ist ein allseits angestrebtes und anstrebenswertes Ziel. Da bin ich auch dabei. Ich möchte es mir gar nicht vorstellen, wie es ist, sich

nicht mehr ausreichend bewegen zu können oder auf andere Weise eingeschränkt zu sein.


Letztens hat mich eine heftige Virusinfektion vier Wochen ausgebremst. In meiner Welt habe ich mich krank erlebt, mein Körper hat gekämpft und es ist mir aufs Gemüt geschlagen. Es war anstrengend,

und im Verlauf der Wochen fehlte die gewohnte Lebensqualität in Form von Saunagängen, Joggen

in der Natur, Yoga und sozialen Kontakten.


Wie dankbar bin ich für alles, wenn die Lebensinhalte wieder hergestellt sind und die gewohnte Normalität zurückgekehrt ist. Die Dankbarkeit ist groß. So eine Freude, so eine Freiheit. Wellen, die kommen und gehen. Etappen, die eine Zeitlang brauchen, und dann in eine neue Phase übergehen. Das alles ist meine Welt und immer wieder braucht es Geduld, bis das nicht Schöne in etwas Schönes umschlägt.


In dem Moment, wo alles wieder seinen gewohnten Gang geht, muss ich mich beobachten, ob ich noch genauso genieße und mich über Kleinigkeiten freue, wie in der ersten Phase nach dem Tief. Oft tritt eine Selbstverständlichkeit an den Platz des feinen Wahrnehmens und schon muss ich mich hüten, nicht wieder den Blick auf andere Mängel zu richten, die auf die eine und andere Art jeder Mensch hat, denn besser kann und soll es uns ja immer gehen!


Die Dankbarkeit als Qualität und bewegten Zustand im Herzen zu halten, das finde ich erstrebenswert. Dafür muss ich Sorge tragen, dass ich fein im Spüren bleibe, in der Interozeption - das ist das Wahrnehmen meines Körperinneren, meines emotionalen Empfindens und das Erfassen der Impulse aus meinem enterischen Nervensystem, dem Bauchhirn.


Der Ausdruck ‚Die Welt bist du‘ beschreibt gut, dass meine Welt so ausschaut, wie ich von innen -aufgeladen durch Erziehung, Erfahrung, Mustern und dem gegenwärtigen Bewusstseinszustand -ins Außen schaue. Somit ist auch die äußere Welt eines jeden Menschen subjektiv und individuell. Diese Welten ändern sich, wenn sich psycho-emotionale Befindlichkeiten und reflektierte Ausrichtungen verändern und weiterentwickeln. Das Außen, so wie ich es wahrnehme, ist der Spiegel, mittels dessen ich die Justierungen meines Innenlebens bewirke.


Da sich alles stets verändert und alles getreu des griechischen Algorithmus ‚panta rhei‘ fließt, erlebe ich mich in den unterschiedlichsten Zuständen und Phasen ständig neu. Die Fragilität des inneren und äußeren Daseins zu achten und das Erstaunen über alles, was sich mir offenbart zu wahren, hilft, die sich einschleichenden Eintönigkeiten und musterbehafteten Routinen zu entlarven und sanft zu verlassen.


Eine craniosakrale Körpertherapie-Sitzung ist da nicht anders. Auch hier entsteht Bewegung, und von einem Gegenwartsmoment zum nächsten sortieren sich die angesprochenen Gewebe, die Flüssigkeiten im Körperinneren und der Energieleib. Den Gesundheitszyklen und Phasen folge ich als Craniosakral-Therapeutin und verankere mich dabei häufig im hinteren Herzraum.


Das Herz ist Bindungsorgan und erfährt es meine Aufmerksamkeit, stellt sich eine feine energetische Verbindung in Nervengeschwindig-keit zu dem sich mir anvertrauenden Menschen ein. In dem Moment ist dies die Welt, in der ich bin. Ruhe kehrt ein und Stille breitet sich aus, eine Voraussetzung, um Selbstheilungskräfte zu wecken.



Zusätzlich zum Organaspekt des Herzens (das Herz wird fühlbar, indem ich meinen Herzschlag wahrnehme und den leisen Tönen folge, die von der punktuellen Aktion ins System gegeben werden), nutze ich den hinteren Herzraum als Anker und als Feld, welches mir das liebevolle, wertfreie Wahrnehmen der Welt, in der ich mich gerade mit dem Patienten befinde, ermöglicht.


Sich den hinteren Herzraum als Ressource nutzbar zu machen, kann ich nur empfehlen.

Wir kennen alle das ‚nach vorne gerichtet sein‘. Unsere Sinne sind dementsprechend ausgerichtet, die Augen und Ohren zusätzlich auch zur Seite hin. Um das ‚Hinten‘ mitzukriegen, muss ich mich schon umdrehen oder zumindest in eine seitliche Drehung gehen. Beschäftige ich mich mit meinem Herzen, sei es das Organ oder mit dem in den Energieleib hineingewölbten Herzchakra, bin ich automatisch nach vorne ausgerichtet.


Den hinteren Herzraum zu fühlen und mich mit meiner Wahrnehmung dort aufzuhalten, bringt neue Qualitäten mit sich.

Wenn ich dann nicht mehr ‚vorne‘, sondern ‚hinten‘ mit meinem Beobachten und Fühlen bin, entsteht eine neue, spannende Präsenz, in der ich mich anders wahrnehme und mein Gegenüber ebenso. Es entsteht ein Raum, der deutlich größer ist als in der Begegnung von Vorne nach Vorne. Es entsteht die Bereitschaft, vorerst zuzuhören, nicht gleich und eventuell vorschnell zu sprechen. In diesem Zustand nehme ich mehr und andere Eindrücke wahr und fühle mein Gegenüber umfassender. Auch meine vielen unterschiedlichen, in mir integrierten Bewusstseinszustände präsentieren sich mir, ohne dass ich etwas mit ihnen anfangen brauche.


Ich bin einfach da, in der Welt. Atme ich anstrengungslos in den hinteren Herzraum, beruhigt sich instant mein Nervensystem.

Hier geschieht dann das Gleiche wie in der craniosakralen Körperarbeit: die Nervensysteme synchronisieren sich und es entsteht ein übergeordnetes Feld von Stille und Heilung.


Der hintere Herzraum ist auf der Wirbelsäule in Höhe des vierten und fünften Brustwirbels (bei Frauen ungefähr auf Höhe der BH-Schnalle) zu finden. Hilfreich ist auch die Vorstellung, vom Brustbein ausgehend, dort die Mitte zwischen den Brüsten zu finden und waagrecht nach hinten zu zielen, und auf der Wirbelsäule anzukommen. Der sich entfaltende Raum ist wie mit einem Stiel an den Wirbelkörpern 4 und 5 der Brustwirbelsäule angebracht, öffnet sich jedoch nach allen Seiten und führt ein energetisches Volumen mit sich, das es zu erkunden gilt und sich, wenn es beachtet wird, in steter Entwicklung darstellt.

Es braucht ein bisschen Übung, diesen Bereich fühlend zu ertasten. Als ich anfing, den hinteren Herzraum zu erkunden, zeigte sich jedes Mal ein fast physischer Schmerz, der mir das Bild eines Steins, der sich in die Wirbelkörper gräbt, einspielte. Ganz offensichtlich war dort eine traumatische Ablagerung, die mir ohne diese Arbeit vielleicht nicht aufgefallen wäre. Anfangs konnte ich daher den Herzraum nur kurz kontaktieren. Im Laufe der Zeit löste sich das Problem auf. Dies gelingt, wenn die Empfindung, sei sie körperlicher oder seelischer Art, nicht weggedrückt wird, sondern wenn ich bereit bin, das Feld zu halten, meine Aufmerksamkeit sanft dorthin zu lenken und mit regelmäßigen Atemzügen in dem Geschehen zu verweilen. Längst ist die Kontaktaufnahme mit meinem hinteren Herzraumes in meinem Bewusstsein verankert und entfaltet sich fast automatisch.


Befinde ich mich in einem Gespräch, egal ob am Telefon oder mit einem oder mehreren Menschen, kommt die Ruhe und Wertfreiheit, den das Feld des hinteren Herzraumes mit sich bringt, beim Gegenüber an. Das ist die Welt, in der ich bin. In diesem Augenblick ist sie so, im nächsten vielleicht schon anders.


Für mich alleine gesehen bedeutet es, dass ich jeweils, wenn ich mich nicht in meiner Mitte befinde, niedergeschlagen bin, komische Gedanken und Gefühle aufkommen oder sich Gedankenkreise aufbauen, einen meist nur kurzen Abstecher in den hinteren Herzraum unternehme. Instant und wirkungsvoll, bin ich für mich wieder ganzheitlich kontaktierbar. Das reicht bereits aus, um mein System zu zünden und mich wieder in der Welt zu befinden, in der ich zuhause bin.

Geht der Mensch durch Schmerzen, Krankheit, Verlust und Angst, kann das Kontaktieren einer solchen Ressource wie es der hintere Herzraum ist, Momente des Wohlfühlens, der Hoffnung und des Durchatmens schenken. Es ist ein ständiges Justieren, keine Frage. Und ja, wenn eine Welle des Lebens lang und problematisch ist, bleibt nur das Durchleben dessen und die Geduld des Annehmens. Ich sage nicht, dass das leicht ist. Aber ich sage, dass es machbar ist.

137 Kommentare


emeery232kkj
vor 2 Tagen

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Shu Guo
vor 3 Tagen

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Shu Guo
vor 6 Tagen

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emeery232kkj
10. Okt.

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Raj Kumar
Raj Kumar
10. Okt.

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