• antinaspringer

Wie stärke ich meine Ressourcen? Ein kleiner Ausflug in das Geheimnis unseres Nervensystems

Aktualisiert: 20. Nov 2018

Um diesem Thema auf die Spur zu kommen, braucht es zuerst einmal einige begriffliche Bestimmungen.


Die Ressourcen, die hier gemeint sind, sind natürlich nicht der Rohstoff, der Bodenschatz oder ein sonstiges Industriegut, sondern etwas in meinem Inneren. Ressourcen sind Energie und somit nicht materiell. Die Ressource ist etwas Individuelles, meine Stärke, meine Leidenschaft, das was ich mag,

mein Handlungsspektrum, die Fähigkeit zu entspannen und los zu lassen. Meine Ressource ist aber auch der Status meines Nervensystems, v.a. des autonomen Nervensystems. Das autonome (ANS),

auch vegetative Nervensystem (VNS) genannt, läuft unwillkürlich ab, also kann ich es nicht beeinflussen. Das Nervensystem wird gleich ein wenig detaillierter beschrieben, weil ich es als wichtig erachte,

die Mechanismen im eigenen Körper ein wenig zu kennen.


Es stellt sich die wichtige Frage, wie ich jenseits der Autonomie des Nervensystems doch Möglichkeiten finde, mein Nervensystem zu stabilisieren, es auszugleichen und im positiven Sinne für mich arbeiten

zu lassen.



Meine Ressource ist aber auch der Status meines Nervensystems, v.a. des autonomen Nervensystems.

Das autonome Nervensystem ist ein komplementäres System, in dem zwei Komponenten miteinander wirken, der Parasympathikus und der Sympathikus. Seit der amerikanische Forscher Prof. Stephan Porges 1995 erstmalig einen neuen Ansatz in der Betrachtung des autonomen Nervensystems publizierte,

kennen wir auch eine dritte Komponente, das Soziale Nervensystem, bzw. die Polyvagale Theorie.


Der Sympathikus macht unsere Aktionen möglich, er stellt den Ur-Reflex des Kampf- und Fluchtmodus zur Verfügung, er dominiert während des Tages und im Wachzustand. Bei besonderer Belastung bewirkt

er eine Leistungssteigerung des Organismus.

Der Parasympathikus gleicht die Wirkung des Sympathikus aus, indem er das innere Milieu schützt und dafür sorgt, dass Entspannung, Ausscheidung und Loslassen stattfinden. Er dominiert während der Nacht und im Schlaf. Er dient dem Stoffwechsel und dem Aufbau körpereigener Reserven.

Das Soziale Nervensystem hilft, das wir soziale Strukturen erleben, aufbauen und mitgestalten können. Anfänglich entsteht dies durch Saugen, Schlucken, Hören, Stimmbildung, Gesichtsausdruck. Es vermittelt Erfahrungen gegenseitigen Kontaktes und Verständigung. Ist das soziale Nervensystem ausgebildet und aktiviert, erleben wir Gefühle von Zughörigkeit, Sicherheit und gegenseitigem Wohlwollen.


Je sicherer und vertrauter wir uns mit uns und unserem Leben fühlen, desto mehr kann Selbstheilung, Regeneration, Stress-Abbau und Entspannung eintreten.

Hier wird schon deutlich, dass sich bei der Stärkung meiner Ressourcen vieles um den parasympathischen Aspekt als auch um das soziale Nervensystem drehen wird. In beiden Anteilen des Nervensystems – parasympathisch und sozial – kommt dem Nervus Vagus, unserem zehnten Hirnnerv, die herausragende Rolle für die nervale Steuerung und Abstimmung zu.


Seine immense Bedeutung wird umso klarer, wenn bewusst wird, dass der Vagusnerv auf Herz, Bronchien, Magen, Darm, Gallenblase, Leber, Harnleiter und Bauchspeicheldrüse einwirkt. Der Parasympathikus

ist somit durchaus auch aktivierend, jedoch mit einer anderen Qualität als der Sympathikus, der uns

sehr ins Außen gehen lässt. Für die soziale Komponente des Nervensystems ist neben einigen anderen Hirnnerven vor allem der ventrale (vordere) Vagus zuständig. Die Gehirnnerven, die am Sozialen Nerven-system beteiligt sind, sind evolutionsbedingt relativ modern. Sie besitzen eine Hüllschicht (Myelinisierung), so dass sie über eine hohe Effizienz und Leitgeschwindigkeit verfügen. Wir treten in Kontakt, wenn wir

uns sicher fühlen. Je sicherer und vertraut wir uns mit uns und unserem Leben fühlen, desto mehr kann Selbstheilung, Regeneration, Stress-Abbau und Entspannung eintreten.


Wirkung des Parasympathikus und Sympathikus auf die Organe:


Von Geo-Science-International - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47368885

Entnommen aus Wikipedia „Vegetatives Nervensystem“


Wir alle wissen, wenn wir aus unserer Mitte kommen, gestresst und genervt sind, ängstlich und angespannt sind, dass oft die Verdauung reagiert, das Herz stolpert, ein Völlegefühl auftritt usw. Hier ist die Balance innerhalb des harmonischen Zusammenwirkens aller Anteile des autonomen Nervensystems bereits gestört.


Bis hierher war es sehr theoretisch. Nun möchte ich mehr zu praktischen Anregungen übergehen.


„Ich erwarte es von mir, dass ich alles schaffe, was ich in meinem Leben integriert habe, was ich zu bewältigen habe, die Pflichten und auch die Freuden…Freuden wie Freunde treffen und Freundschaften pflegen werden mittlerweile schon zu einem Pflichtprogramm, zu dem mir eigentlich gar keine Zeit bleibt. Zeit für mich selbst? Na, die gibt es schon gleich gar nicht (mehr). Und trotzdem möchte ich noch mehr, es gibt schon jede Menge anderer Ziele und Vorhaben, auf die es hin zu arbeiten gilt. Ja, kurze Pausen

gibt es und den einen oder anderen Leerlauf, aber diese Momente sind schnell verflogen und hinterlassen selten das Gefühl, das ich etwas Nachhaltiges für mich habe tun können.“


Kennst Du das, so oder so ähnlich?


Stress an sich ist nichts Schlimmes, eher etwas Natürliches, solange er als positiv erlebt wird und danach eine Phase der Entspannung folgt. Unser Stress-Pegel sollte sich günstigstenfalls danach richten, wie gut und schnell wir uns vom Stress erholen können.

Unser multidimensionales Leben fordert seinen Tribut, bei dem einen früher, bei dem anderen später, oft abhängig von der Grundkonstitution des eigenen Nervensystems. (Diese Grundkonstitution geht im Wesentlichen zurück auf die Baby- und Kleinkindzeit und wird bestimmt davon, wie gut die Mutter

ihr Kind regulieren konnte, so dass der heranwachsende Mensch lernen kann, sich selbst zu regulieren. Doch dies ist ein anderes, großes Thema). Die Angebote im Außen sind immens, die Medien stacheln

uns an, uns für Vielerlei zu interessieren, informiert zu sein um mitreden zu können, um Freizeit

zu gestalten, und tolle Beziehungen sollen wir natürlich auch noch hinbekommen. Stress entsteht

in sämtlichen Bereichen. Stress an sich ist nichts Schlimmes, eher etwas Natürliches, solange er als positiv erlebt wird und danach eine Phase der Entspannung folgt. Unser Stress-Pegel sollte sich günstigstenfalls danach richten, wie gut und schnell wir uns vom Stress erholen können. Stress und Ent-Stressung sind

das Spiel des autonomen Nervensystems. Nur parasympathisches Erleben alleine würde Verlorenheit

und Abtrennung bedeuten. Die goldene Mitte ist wie immer der Weg der Wahl!


Eigene Freiräume müssen organisatorisch von mir selbst in den Terminkalender eingebaut werden.

Sie sollten möglichst eine feste Instanz werden, die eingehalten wird. Jede Verschiebung, sei sie noch

aus einem triftigen Grund, bringt das (zarte) Gefüge zum Wackeln oder gar einstürzen und schon ist

man wieder bei seinen alten Gewohnheiten angelangt, und es wird von Mal zu Mal schwerer, aus

dieser Schleife wieder heraus zu kommen.


Ich finde es wichtig, dass Entschleunigung nicht nur an den extra gebuchten Yoga- oder Meditations-kursen oder an einem Wellness-Wochenende stattfindet, sondern dass das langsam werden und langsam machen zu einem festen Bestandteil des Alltags wird. Den gefüllten Tagesablauf auch ein wenig abzuspecken wird keiner für einen übernehmen, kein Therapeut, Arzt oder Seelsorger, nicht der Partner oder die Freunde. Das ist meine Aufgabe. Dazu muss ich es mir wert sein, ich muss mir wichtig sein –

ich darf mir wichtig sein, ich darf es mir wert sein. Da es jedoch nicht darum gehen kann, immer weniger

zu machen und zu schaffen, um der Entspannung Raum geben zu können, ist die Königsdisziplin folglich, auch im Handeln, bei der Arbeit, im Austausch mit anderen, entspannt zu sein, also in den sympathisch betonten Lebenssituationen gar nicht erst einen Hormoncocktail aus Adrenalin, Cortisol, Noradrenalin und anderen Stresshormonen im Übermaß zu produzieren.


Allerdings setzt all dies voraus, dass ich weiß, was mir gut tut und welches meine Ressourcen sind. Und wenn ich es noch nicht weiß, wie ich es herausfinde.

Es ist sicherlich klar geworden, dass der sympathische Aspekt in unserem Leben dominant ist und

der parasympathische Aspekt meist viel zu kurz kommt. Auszeit, Ruhe, Erholung, Stille, Zeit für mich…

das ist enorm wichtig. Diese Momente haben jedoch nur dann einen inneren und tiefen Wert, wenn

ich mich dabei spüre. Auch Freizeit und Ruhe können abgearbeitet werden im gewohnten Sympathikus-Tonus. „Ich verstehe das gar nicht, ich mach doch alles, und trotzdem geht es mir nicht gut…?!“


In einer leistungsorientierten Gesellschaft wie

der unseren aufzuwachsen, bringt Kinder bereits im Grundschulalter dazu, ihr Körpergefühl

zu verlieren und dem Verstand den allergrößten Raum zu geben. Es ist niemandem zu verdenken, denn scheinbar schafft man es nur so, mit diesem System Schritt zu halten?! Ich bin sicher und

ich hoffe, dass die jungen Generationen viel frischen und anderen Wind in unser System tragen, und es ist durchaus nicht alles nur negativ, was unsere Jugend so zu Wege bringt. Und wir älteren Generationen sind vielfach schon dabei, unser System, das mit eben dieser leistungsorientierten

und funktionalen Energie aufgeladen ist, zu entgiften und neu auszurichten. Auszurichten worauf?

Auf inneren Wert, Selbstwert, Vertrauen, Liebe zu mir selbst, Liebe zu allen Lebewesen und Lebens-formen, auf stille Zeiten, auf Frieden in mir selbst, auf bewusstes Denken und Handeln.


Veränderungen geschehen, wenn ich mich auf mich selbst besinne und mich spüre. Dazu haben wir ein wunderbares Vehikel bekommen, unseren Körper. Er zeigt uns, wo etwas zu viel oder zu wenig ist, wo Anspannung und Schmerz aufleuchten, welche Emotionen und Empfindungen ich in mir trage. Um mein Nervensystem langfristig zu harmonisieren und zu stabilisieren, treffe ich eine wichtige Entscheidung:


Ich erlaube mir zu spüren, was mir mein Körper zeigt. Ich spüre, was in mir ist. Auf allen Ebenen. Immer.

Dies geschieht frei von Bewertung und in der Haltung des achtsamen Wahrnehmens. Mehr muss ich

nicht tun. Das Bezeugen und "Da-sein-dürfen" meines Zustandes bewirkt das Abfließen der belastenden Information aus dem Zellgewebe. Die festgefahrene Energie kann ihren gewebigen Raum vergrößern

und schlussendlich entweichen. Im Körper ist meine gesamte Lebensgeschichte gespeichert.

Eine starke Ressource zur Selbstheilung.


Also spüre ich mich nicht nur in geeigneten Zeitfenstern, sondern es wird mir ein Bedürfnis, stets

bei mir zu sein und meinen Körper im wahrsten Sinne des Wortes zu bewohnen.


Das ist auch die Antwort auf die Frage, ob ich weiß, was mir gut tut bzw. wie ich es herausfinde.

Ich spüre was in mir ist, bezieht sich auf alle Ebenen, die ich kontaktieren kann, auf meine Gefühle, Gedanken, Empfindungen, Schmerzen, mein Wohlsein, meine ganze Art, mit mir und meiner Umwelt

zu sein. Meine Ressourcen entdecke ich da, wo und wie ich mich in meinem Körper spüre. Die zwei wohl bekanntesten Übungen, um ins Spüren zu kommen, sind der Bodyscan und die Wahrnehmung

des eigenen Atems. Beide Techniken finden Anwendung in Yoga, Meditation, Psychotherapie, Achtsamkeitstraining usw. Hier möchte ich nicht auf spezielle Übungen eingehen. Ich überlasse es Dir,

das für Dich Passende zu finden. Auf alle Fälle hilft Dir das Spüren des Körpers, Dein Nervensystem auszubalancieren. Die Folge ist dann glücklicher- und spannenderweise eine unaufgeregte

und kraftbewahrende Steigerung Deiner Effektivität in allen Lebenslagen.


Mit dem Stärken meiner Ressourcen komme ich also immer mehr bei mir selbst, in meinem Leben und bei meinen Mitmenschen an, und endlich darf dieses Leben auch leichter werden, es darf anfangen, zu fließen.

Ich selbst bin gerne Freigeist, und lasse mich ungern in Schubladen stecken, finde die Dinge gerne

selbst heraus. Und dann nehme ich sehr gerne die Beratung und Anleitung derer an, die sich mit dem

von mir ausgesuchten Thema gut auskennen und Entsprechendes anbieten. Eine meiner Ressourcen

ist dieser Freigeist! Das war mir lange gar nicht klar, wurde er doch von so manchem in meinem Umfeld

als Egozentrik eingestuft. Davon habe ich mich früher beeinflussen und folglich reduzieren lassen.

Ich gebe zu, dass das ein oder andere freigeistige Ausleben noch eines Feinschliffs bedurfte, um die Unbeholfenheit in Weisheit und Reife zu verwandeln. Da kommt einem das Älter werden sehr entgegen und heute habe ich gelernt, zu mir zu stehen. Es muss mich keiner verstehen, und es muss mich

auch keiner mehr lieben. In dem Maße, in dem ich mich davon unabhängig gemacht habe, wird mir Liebe, Verständnis und ehrliche Freundschaft zuteil. Ist das nicht wunderschön?! Mit dem Stärken

meiner Ressourcen komme ich also immer mehr bei mir selbst, in meinem Leben und bei meinen Mit-menschen an, und endlich darf dieses Leben auch leichter werden, es darf anfangen, zu fließen.


In meinem Körper fließt Energie in allen Richtungen herein und heraus, durch ihn bin ich eingebettet

in die Anbindung an die Erde und an den Himmel. All dies geschieht, es wird mir ohne mein Dazutun geschenkt. Wahrnehmen hilft! Solange ich dies jedoch nur über den Kopf weiß, und nicht im Körper erleben und spüren kann, kann ich kaum in den Zustand des Fließen kommen.

Vor allem für kopflastige Menschen ist es so wichtig, ein Körpergefühl zu bekommen und die Kontrolle des Verstandes abzugeben.

Das Fließen bin ich selbst. Mein Außen bin ich im Innen und mein Innen bin ich im Außen.

Ich gestatte mir, es wahrzunehmen. Das erfordert Mut, Geduld, Achtsamkeit, Nicht-Verurteilen.

Immer wieder. Ein ewiger Prozess, der ein Ausdruck des Fließen ist.


Menschsein ist das große Geschenk, mich durch meinen Körper zu erfahren und selbst zu erkennen. Wenn die alten Auflagerungen und Muster dann langsam verdunsten, reduziere ich meinen Stress immens. Mein Körper produziert wieder vermehrt die Glückshormone Serotonin und Oxitocyn, die wichtigen Stresshormone Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin werden in physiologischem Maße ausgeschüttet. Parasympathikus und Sympathikus arbeiten zu meinem höchsten Wohle miteinander. Dann ist alles gut!


Als Craniosacral-Therapeutin bin ich selbstverständlich ein Fan von Körpertherapie. Indem ich

mein Bewusstsein auf meinen Körper lenke, kann das Loslassen störender Muster sowie seelischer

und körperlicher Schmerzen beginnen. Vor meiner Zeit als Körpertherapeutin dachte ich,

dass Selbsterkenntnis und geistige Arbeit alleine ausreichen, um frei zu werden. Nicht ohne Grund

hat mich das Universum zu gegebener Zeit gelenkt und mich zur Cranio gebracht. Mittlerweile ist

dies in meinem Leben nicht mehr weg zu denken. Vor allem für kopflastige Menschen ist es so wichtig,

ein Körpergefühl zu bekommen und die Kontrolle des Verstandes abzugeben. Dabei können craniosacrale Behandlungen wie selbstverständlich auch andere körpertherapeutischen Methoden enorm hilfreich sein.


Ich freue mich auf jeden, der die Cranio ausprobieren möchte und auf alle meine treuen Kunden,

die die Cranio bereits schätzen.



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Antina Springer - Heilpraktikerin