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Der Körper in Zeit-Raum-Entfaltung

Mit der Konzeption entsteht ein Körper, der bis zum Ableben die Seele beherbergt. Fließt die Seele

von der Totalität in die Materie ein, ist dies ein individueller Akt und der Beginn einer körperlichen Reise.


Bedingt durch die verstandesmäßige Ausdehnung und das Erleben sinnesgesteuerter Erfahrungen entwickelt sich im Laufe der Zeit die Persönlichkeit. Die Erlebnisse, die mit Hilfe des Körpers möglich

sind, führen dazu, dass sich das ‚Ich‘ mit dem Körper identifiziert. Der Körper existiert in Zeit und Raum, und diese 3 Dimensionen formen unsere Wahrnehmung und unser Verständnis vom Leben.


Mit den unterschiedlichen Altersstufen – Säugling – Kind – Jugendlicher – junger Erwachsener – älterer Erwachsener – alter Mensch – gewährt uns der Körper die Möglichkeit, entsprechend der jeweiligen Epoche vielfältigste Qualitäten zu erleben, die die Entwicklung der Persönlichkeit bedingen. Dass sich

das spirituelle Selbst durch den Körper erfährt, ist ein großes Geschenk und eine Besonderheit des irdischen Lebensraums. So, wie die Welt dir erscheint, bist du in deinem Inneren und in deiner eigenen Wirklichkeit. Die Welt bist du. Wird die Weltsicht im kleinen und großen Stil beobachtet, bietet diese Innenschau genügend Anlass zur Selbsterkenntnis und dem daraus resultierenden Freiwerden von Leid und Täuschung.

Du bist nicht dein Körper. Als ich diesen Satz meines Meisters vor vielen Jahren das erste Mal vernahm, konnte ich ihn nicht verstehen. Worte des Meisters sind wahr, sie sind wahrhaftig und sie erreichen nicht den Verstand, sondern dringen tief in die Welten des spirituellen Selbst ein, wo sie wirken und im Laufe der Zeit Wirkung zeigen. Entsprechend habe ich die Aussage als wahr und wahrhaftig übernommen. In meinem Kopf habe ich diesen Satz hin und her gedreht, immer wieder kontaktiert, darüber nachgedacht und nachgesonnen. Es war lange ein floskelhafter Gebrauch eines Satzes, der sich noch nicht entfaltet hatte.


Die innere Vernunft, mein inneres universelles Wissen war noch nicht so weit geöffnet, dass diese Belehrung eine spirituelle Resonanz finden konnte. Anfangs reagierte das Ego – wie, ich bin nicht

mein Körper?!


Woher sollen wir es auch wissen, dass wir nicht der Körper sind? Selbstverständlich identifiziere ich mich mit ihm, ich habe es ja in all den Prägungen in den Jahren des Aufwachsens nie anderes gezeigt bekommen und nie anders erfahren. Ich habe doch Schmerzen, ich erwache in meinem Körper, ich bewege mich in meinem Körper, ich esse und scheide aus. All das passiert doch mir. Es ist verwirrend, dennoch war die Sehnsucht groß und nie schwindend, das Geheimnis dieser Botschaft zu entschlüsseln.


Über viele Jahre hinweg hat sich die Bedeutung aus mir herausgeschält.


Und es ist wirklich so, dass je intensiver ich verstehe, desto mehr liebe ich meinen Körper und desto mehr kann ich mich gut um ihn kümmern, ihn pflegen und ihm in vielen Momenten dankbar sein, dass er so viel Kraft für mich freisetzt und mich wohlwollend und unermüdlich durch mein Leben bewegt.


„Ich will meinen Körper wieder hier haben“ – sagte mir eine Patientin, nachdem sie etwas für sie Schwieriges erlebt hatte und sich nicht mehr wie gewohnt wahrnehmen konnte.

Das ist ein aussagekräftiger Satz, der wiederum zeigt, inwieweit der Mensch mit dem Körper identifiziert ist. Sie hatte es nicht bemerkt, dass ihr Körper doch hier ist und eher eine seelische Distanz, eine Form der Dissoziation stattfand, die ihr das Gefühl der Mitte und der gewohnten Orientierung in Zeit und Raum hat abhanden kommen lassen.


Der Körper ist hier, hier auf der Erde, hier in der Umgebung, in der wir uns erleben, in die wir platziert sind. Was unter Umständen nicht hier ist, in Präsenz und Gegenwärtigkeit, ist der Geist und unser mentales sowie psycho-emotionales Empfinden. Das kennst du auch, dass viel zu häufig, teils permanent, die Vergangenheit belebt wird oder/und in die Zukunft abgedriftet wird.


Jedoch, und das darf tief verinnerlicht und realisiert werden: Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft gibt es nicht. Die Aufforderung, in jedem Moment im gegenwärtigen Erleben zu verweilen, verunsichert anfangs. So, wie wir denken, dass wir der Körper sind, sind wir auch mit unseren Erfahrungen identifiziert und folgen gerne dem Verstand, der schlichtweg keine andere Möglichkeit hat, als das Vergangene zu kontaktieren. Die Sorgen, die wohl jeder mehr oder weniger hat, verbinden sich mit bereits Erlebten und malen bunte Szenarien in naher und ferner Zukunft. Das, was du dabei nicht erlebst, ist grundlose Zufriedenheit, innere Ruhe und Qualitäten der Stille, die das Herz mit Freude und dem inneren Wissen um die Richtigkeit deines Daseins erfüllen.

Wie wundersam ist also der Körper als das Gefährt, das uns hilft, uns in der Gegenwart zu spüren und mental und emotional-psychisch im Hier und Jetzt zu leben sowie Stille und Erlösung zu realisieren.


Wie kannst du den Körper bewohnen, ihn Millimeter für Millimeter, Zelle für Zelle ausfüllen und spüren? Wie kannst du durch den Körper in deiner göttlichen Dimension sein, frei von Geburt und Tod, und im ewigen Sein des Universellen Geschehens eingebunden? Das ist tatsächlich sehr abstrakt, und genau wie die Botschaft ‚Ich bin nicht der Körper‘ ist es wohl unsere Lebensaufgabe, diesem Phänomen näher zu kommen, uns zu erforschen und dabei den Körper und vor allem den Verstand so weit zu durchleuchten, dass die irdischen Auflagerungen, die noch die Seele bedrängen, transzendiert werden. Dann löst sich die Bindung an Zeit und Raum auf. ‚Ich bin in der Welt, aber nicht von der Welt‘ wird dann deine gelebte Wahrheit und deine allesumfassende Ausrichtung.


Jedoch ist das, was wir vielmehr erleben eher, dass alles viel zu schnell ist. Ich merke es am permanenten Aufpoppen von Pflichten und Aufgaben, die zu erledigen sind.

Auch Ortswechsel fordern mich heraus. Ich brauche immer etwas länger, um bei einem Ort anzukommen und beim Zurückkehren auf allen Ebenen wieder eingegliedert zu sein. Und ich frage mich ‚wer braucht länger?‘. Mein Kopf ist es nicht, der hat alles drauf und weiß, wie es geht, was ansteht, was zu tun ist. Es ist mein Körper, der mehr Zeit braucht, mein Stoffwechsel und vor allem mein Nervensystem. Ich kann nur betonen, wie dankbar ich bin, all dies mittlerweile zu fühlen. Das heißt nicht immer und unbedingt, dass es diese Thematik nun nicht mehr gibt. Es heißt vor allem, dass ich nicht mehr gegen mich agiere, sondern mit meinem Körper arbeite.


Ich nehme das, was in mir ist und auch das, was nicht in mir ist, als meine individuelle Wahrheit an und verhalte mich entsprechend. Ich diene meinem Körper, und er dient mir. Wir sind ein super Team,

mein Körper und ich. Durch ihn bin ich an Zeit und Raum gebunden und kann gleichzeitig in raum- und zeitloser Stille und grundlosem Glück vibrieren. Beides steht nebeneinander, bedingt sich gegenseitig.

Die Auflösung des Widerspruchs geschieht jenseits der Sprache und des Verstandes in der Ausrichtung an die Quelle des Lichtes.


Ein paar Tipps gibt es dennoch:

  • den Körper mehr beachten, die Bewegungen des Körpers im Raum beobachten, seine Bedürfnisse erkennen

  • fühlen, was er zeigen will, wo es noch mehr Unterstützung braucht, mehr Anhalten, mehr Stille

  • den Körper nicht mehr so malträtieren, weil ich so viel will und dafür blindes Funktionieren erwarte

  • die Projektionen auf andere durchschauen und sie fallen lassen - niemand hat Schuld, also gehe zurück zu dir und lass deinen Mitmenschen in Ruhe

  • lass damit auch die ständige Überforderung los, zu der du bereit bist, denn sonst würde sie nicht geschehen

  • lass die Müdigkeit los, die deinen Körper und deine Seele befallen hat, weil du schon so lange nicht den Weg gehst, der für dich bestimmt ist.

  • fühle mit dem Bauch, mit dem Herzen


Das sind alte Muster, die jetzt gehen dürfen, nämlich, dass ich nicht in meinen Automatismen lebe und bei anderen alles wahrnehme, jedoch nichts bei mir. Wann beginne ich, wann beginnst du, die Botschaften umzusetzen, die der Körper signalisiert? Wenn nicht jetzt, wann dann?


Fließe mit dem Körper in seiner Raum-Zeit-Entfaltung, um diese Grenzen in dir aufzulösen und dich frei zu fühlen. Das Außen ändert sich dadurch nicht unbedingt, jedoch dein Lebensgefühl und deine Freiheit werden eine ganz andere sein.



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